Die Vorgeschichte

Auf dieser Seite finden Sie eine Zusammenfassung und eine Leseprobe der Vorgeschichte. Die Vorgeschichte liegt als kurze Novelle, die von einem Germanisten geschrieben wurde, vor und umfaßt 71 kB. Das erste Buch beschreibt die ferne Vergangenheit, das zweite Buch bezieht sich auf das unmittelbare Geschehen.


Zusammenfassung der Vorgeschichte

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Buch I.

Vor unendlich langer Zeit gab es ein Königreich, in dem es eigentlich sehr ruhig und friedlich war. Leider gab es auch dort Menschen, die mit dem Erreichten nicht zufrieden waren. So wurden die schwarzen Künste studiert und schließlich gelang es, einen kleinen Spalt zur Hölle zu öffnen. Viele Menschen im ganzen Land wurden daraufhin in ihren Gedanken beeinflußt und wurden verführt sich zum Bösen zu wenden. Sie verschwanden aus ihren Dörfern und wurden von der Kraft des Bösen an einen Treffpunkt in den Gebirgen des Landes geführt. Dort bereiteten sich die Geblendeten mit Ihren Anführern, eben jenen, die die Magie beschworen hatten, auf eine Schlacht vor, die das Gute im Land auslöschen und die Menschen unter die Macht der dunklen Magie stellen sollte. Unterdessen versuchten einige dunkle Magiere die Höllenpforte weiter zu öffnen und als es dann zur Schlacht zwischen den Truppen des Bösen und des Königs des Landes kam, gelang es ihnen schließlich.

Aus der Höllenpforte kamen ganze Horden böser Kreaturen hervor, die das ganze Land verwüsteten und keinen Unterschied zwischen den Anhängern des Königs und den der dunklen Magie machten. Nahezu die gesamte Bevölkerung wurde getötet. Wenige überlebten und zogen sich in unterirdische Städte zurück. Dort lebten sie abgeschieden etliche Jahre. Schließlich brachen einige wagemutige Männer auf, um die Oberfläche zu erforschen, denn das Wissen über das offene Land war inzwischen in der Versenkung verschwunden. Man wußte nur, daß sich gefährliche Wesen dort aufhielten, die Tod und Verderben brachten.

Die mutigen Männer fanden schließlich in einer alten Burgruine ein Buch, in dem beschrieben wurde, wie die dunklen Magiere seinerzeit die Höllenpforte geöffnet hatten. Sie nahmen es an sich und brachten es mit nach Hause. Dort wurde es studiert und man konstruierte eine Waffe, um die Höllenpforte zu schließen. Es wurden 3 Kristalle geschliffen, diese wurden mit magischen Formeln behandelt. Wieder machten sich die Männer auf in die Wildnis, um die Höllenpforte zu suchen. Sie wurde schließlich gefunden, und die Männer stellten sich im Kreis um die Öffnung in der Erde auf, gut versteckt vor den Augen der bösen Kreaturen, die um die Pforte herumschlichen. Blitzschnell kamen die Männer dann zugleich aus ihren Verstecken und hoben die Kristalle in den Himmel. Das Sonnenlicht fing sich in ihnen, und die nun gebündelte Kraft der Sonnenglut zerstörte die Pforte zur Hölle.

Die verbliebenen Kreaturen konnten nun, da verwirrt und Ihrer Zuflucht beraubt, von den Armeen der einstigen Flüchtlinge besiegt werden und es entstand ein neues Königreich. Die drei Kristalle und das Buch wurden versteckt, da mit ihnen ja auch Böses getan werden konnte.

Buch II.

Ein ehemals reicher Mann, durch den Tod seiner Frau und Tochter nun verbittert und verarmt, wurde wegen Drogenhandels aus seiner Heimatstadt verstoßen. Diese Drogen erhielt er von einem alten Einsiedler, der in der Tiefe des Waldes wohnte und dort aus verschiedenen Kräutern etc. die verbotenen Narkotika herstellte. Dieser erzählte dem Händler, daß er nach einem Buch suche (eben jenem, das in Buch I. zum Bau der Waffe genutzt wurde). Wenn der Händler ihm dieses Buch brächte, dann würde er reich belohnt werden. Wie gesagt, wurde der Händler aber bei seinen Drogengeschäften erwischt und verstoßen. Er gründete daraufhin in seinem Haß eine Räuberbande. Auf Ihren Raubzügen erbeuteten die Räuber dann schließlich auch eben jenes Buch, daß wohl irgendwie gefunden worden war. Er brachte es daraufhin dem Einsiedler, wobei dieser halb irsinnig wurde.

Aus den Worten des Einsiedlers erkannte der ehemalige Händler, daß es sich bei diesem um einen alten Magier handeln mußte, ein uralter Überlebender der Magiere, die vor langer Zeit schon einmal versucht hatten, die Macht im Königreich zu übernehmen. Der Räuber erkannte seinen Fehler, flüchtete und versuchte das nächstgelegene Dorf zu erreichen. Dort erstattete er dem Dorfrat Bericht.

Hier beginnt nun der Spieler einzugreifen. Er wird von einem Boten in den Dorfrat gerufen und erhält dort den Auftrag, nach dem Einsiedler zu spähen und seine Absichten herauszufinden.


Leseprobe der Vorgeschichte

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VI.

Aus den abgelegensten Ecken und Enden des Reiches rief der König selbst Knaben und Greise herbei, und groß war die Zahl der stolzen Frauen, die, der Stimme ihres Herzens folgend, in die Reihen der Streiter traten.

Die Stadt Burgundium, nahe dem Tale Tenebrae gelegen, wurde zum Sammelpunkt des Heerbannes bestimmt. Nicolas von Morimond kam aus dem Westen, Remigius von Varagine kam aus dem Osten, Constanze von Alessandria kam aus dem Norden, Venantius von Salvinec kam aus dem Süden, und mit ihnen kam, zu Fuß und zu Pferde, die unüberschaubare Flut ihrer Kämpfer, die auf den Feldern vor den Toren der Stadt ihre Zelte aufschlugen und die Ebene in eine buntscheckige Jahrmarktswiese verwandelten, über der die Standarten, Wimpel, Flaggen und Fahnen der Fürstenhäuser lustig im Wind flatterten. Es war ein mächtiger Heerbann, der sich dort zusammen fand, und mit jedem neu eintreffenden Streiter stieg die fröhliche Siegeszuversicht höher.

Am Morgen eines heiteren Herbsttages, der den Himmel wie ein tiefblaues Tuch über die von den Narrheiten der Menschheit geplagte Welt spannte, trafen die Heere des Königs und der Tarusaten aufeinander.

Vor dem Marsch ins Tal hielt der König von seinem Schimmel herab eine kurze Rede. Über dem glänzenden Rüstzeug trug er ein ärmelloses Gewand, auf dessen Brust und Schultern das rote Kreuz, das Zeichen des einzigen und wahren Glaubens, eingestickt war und hell in der aufgehenden Sonne leuchtete. Der Jubel, der jedes seiner Worte begleitete, war ungeheuer. Der König lächelte über die grenzenlose Begeisterung und beugte sein Haupt zu Constanze von Alessandria, die neben ihm zu Pferde saß, und sagte mit glücklicher Stimme, daß mit solchen Kämpfern keine Schlacht verloren werden könne und er nun fest daran glaube, den Streit bis zum Abend zu ihren Gunsten entschieden zu haben.

Wie sehr er irrte! Die Tarusaten, in schwarzen Rüstungen, mit schwarzen Schwertern und Schilden, wichen keine Handbreit. Alle Finten und Tollkühnheiten des Königs vermochten den Widerstand nicht zu brechen. Der erste Tag neigte sich zu Ende und für die kurzen Stunden der Nacht ruhte der Kampf, ehe er im ersten Licht des Morgens seine Fortführung fand. Die Leiber der Toten bedeckten die herbstlaubübersäte Erde und das Blut sammelte sich mancherorts zu knöcheltiefen Lachen. So ging es den nächsten und auch den übernächsten Tag, und Venantius von Salvinec mußte gestehen, daß selbst er ein solches Ringen noch nie auszutragen hatte.

Am Vormittag des vierten Tages gelang es endlich, die Hauptstreitmacht der Tarusaten von drei Seiten zu umfassen, und es dauerte nicht lange, bis die tödliche Klammer vollends geschlossen wurde und keinen entrinnen ließ. Während die Tarusaten in der hochstehenden Mittagssonne verzweifelt fochten, vermochten im Wald von Zäsarea, keine hundert Meilen vom Tale Tenebrae entfernt, vier ihrer Magier die Pforten der Hölle vollends aufzustoßen, doch konnten sie die aus den Flammen hervorbrechenden Monster nicht bändigen und wurden ihre ersten Opfer. Die Ungeheuer tobten über das Land, und einer apokalyptischen Horde gleich rasten sie gen Tenebrae. Der Jubel der Tarusaten über das Hereinbrechen der Kreaturen war kurz, denn schnell erkannten sie, daß Gute wie Böse dem entfesselten Wüten zum Opfer fielen.

Es war ein heldenhafter, aber ungleicher Kampf, den König Anaximander nun führte. Seine Streiter wurden von Dracopoden durchbohrt, von Gorgonen zerquetscht, von Mantikoren zerrissen, von Scinopoden zu Tode getreten, und schließlich stürzte der König schwer geschlagen zu Boden. Als Nicolas von Morimond sah, daß sein König vom Pferde sank, stieß er in sein Horn, und auf den schallenden Ruf sammelten sich die Reste des Heeres um den sterbenden Fürsten, der mit ermattender Stimme Orsinio bat, für ihn zu singen. Der greise Sänger legte sein Schwert zu Boden, nahm aus der Satteltasche die Laute, die er nie von sich gab, und sang den König in den Tod. Das Lied erhob sich über das Klirren der Waffen, über die Schreie der Sterbenden und über das Brüllen der Dämonen. Es kündete noch einmal vom Wahren, Guten, Schönen, von der Anmut der Frauen und dem Adel des Geistes.

Das Heer schlug sich bis in den Abend Schulter an Schulter mit den Tarusaten, die im Untergang das Ausmaß ihrer Verirrung erkannten. Die Reihen der Streiter wurden lichter, und als erster der vier Markgrafen fand der greise Remigius von Varagine, dem die Kräfte erlahmten, den Tod. Dann war es Constanze von Alessandria, die entseelt zusammenbrach, und schließlich raffte ein grauenvolles Ende Nicolas von Morimond hinweg. Venantius von Salvinec, der riesenhafte Hüne, war einer der letzten, der fiel. Seine Lanze war zerbrochen, sein Schild zerhauen. Nur mit dem Schwert, das ihm als einzige Waffe geblieben war, hieb er lachend auf die Monster ein - und er lachte noch im Angesicht des Todes, als er sterbend auf die Knie sank und einem Leukrokuten den Schädel spaltete. So endete dieser merkwürdige Mann, für den das Leben nie mehr als Kampf und das Sterben nie mehr als Leben gewesen war...

Nachdem im Tal von Tenebrae alles Dasein erloschen war, wogten die Bestien über das Land, zerstörten Städte und Dörfer, Burgen und Schlösser, und als sie glaubten, den letzten Menschen getötet und die letzte auch noch so ärmliche Behausung niedergeworfen zu haben, zogen sie sich mit gestillter Gier ins Feuer zurück, satt vom Blut und Fleisch ihrer Opfer. Die Pforte blieb offen stehen, aber draußen war nichts und niemand mehr, das sie aus dem ewigen Feuer ins tote Land hätte locken können.

VII.

Es gab Überlebende - hier ein paar, dort ein paar, aber es waren so wenige, daß sie im weiten Land von den Ungeheuern unbemerkt blieben. Aus Furcht, irgendwann entdeckt zu werden, flüchteten die letzten Untertanen aus dem Reich des Anaximander mit ihren Habseligkeiten in Höhlen, die ihnen zur neuen Heimstätte wurden.

Die zwei folgenden Generationen schlugen aus dem Fels neue Räume, und in der immerwährenden, vom Licht der Fackeln nur spärlich durchleuchteten Dunkelheit entstanden mit den Jahrzehnten eine Kultur und eine Gesellschaft, in der die Furcht vor dem Eindringen der Monster in das neue Zuhause zum Alltag der Menschen gehörte wie Essen, Trinken, Schlafen, Lieben und Hassen. ....

Der Autor dieser Novelle ist Christian Hartmeier


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